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Leben ist Kampf
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PeggyLuck |
#1 - 29.08.07 19:14:15
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Beiträge: 788
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Die Überschrift ist hypothetisch und provokant gemeint, ich spiele hier weder auf Hitlers Autobiographie noch auf irgendwelche ideologischen Vereinnahmungen an. Muss man ja heute alles dazusagen.
Das war die Klarstellung am Mittwo.. äh, Anfang, nun zum Thema:
Gibt es für euch Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt? Oder wollt ihr nur in Ruhe euer Leben führen? Geht das überhaupt? Was ist erstrebenswert? Wo liegen die Hindernisse?
Kurzzusammenfassung: Wofür lohnt es sich zu streiten und welche Mittel sind erlaubt?
Ich erbitte ein Mindestniveau der Beiträge.
(Sorry, jayna, versuch es gar nicht erst!)
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Prof.Lochner_vo... |
#2 - 30.08.07 11:18:50
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Beiträge: 7760
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Eine recht interessante Frage, die Sie da stellen, Frau Luck, die sicherlich nicht allgemein und für alle gültig, sondern vielmehr individuell und persönlich beantwortet werden kann und muss.
Zunächst kann man festhalten, dass wir in Deutschland nicht mehr für die absoluten Basics des Lebens wie Nahrung, Trinken oder Unterkunft kämpfen müssen. Auch die Grundrechte sind erfreulicherweise recht erfolgreich erstritten wprden, auch wenn man diese in jüngerer Zeit wieder gegen gewisse Kräfte (Schäuble und co) verteidigen muss.
Viele Menschen würden auf die Frage wohl mit "Geld, Wohlstand, Macht und Reichtum" antworten, was das Dilemma unserer Gesellschaft recht gut beschreibt. Es läuft immer mehr auf eine (Nicht-)Gemeinschaft von lauter Einzelkämpfern hinaus. Entgegen diesem Zeitgeist halte ich es aber nach wie vor für wichtig und richtig, überall und jederzeit für grundlegende Werte wie Toleranz, Solidarität mit Schwachen, Freiheit des Denkens, Brüderlichkeit und Zugang zu Bildung streitbar einzutreten. In diesem Sinne: Lotta continua - Der Kampf geht weiter! Venceremos.
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PeggyLuck |
#4 - 30.08.07 15:53:00
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Beiträge: 788
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Welche Mittel sind erlaubt? Wie weit darf man die Meinungsfreiheit einschränken, um sie zu erhalten? Wie intolerant darf man gegen Intoleranz sein?
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Rifle1 |
#8 - 01.09.07 23:34:44
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Beiträge: 5
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Zwar erinnert mich die Fragestellung sehr stark an die allseits bekannte und beliebte Frage, nach dem Sinn des Lebens, jedoch werde ich sie trotzdem probieren zu beantworten.
Selbstredend ist es eine sehr subjektive Antwort, wie der Doc gewissermassen impliziert hat.
Da wir inzwischen in einer sich-im-Überdruss-befindenden Gesellschaft leben, in der selbst die die Hartz4-Empfänger zu den oberen 20% der Weltbevölkerung gehören, behaupte ich, das Leben ist kein Kampf.
Die Ziele sollte man sich selber stecken und seinen Erwartungshorizont erreichen (oder noch darüber schiessen).
Zwar behaupten gewissen Personen, sie wollen nur in Ruhe leben, bzw vor sich hin vegetieren, jedoch haben diese bedauernswerten Kleingeister selbst aufgegeben und stellen ihrerseits keinerlei Anforderungen an sich und ihre Umwelt.
Andere wollen "einfach glücklich" sein.
In unserer Gesellschaft jedoch merkt man erst, was vollkommenes Glück ist, wenn es einem schlechter geht als zuvor.
Daher stellen solche Leute einen für sich selber nicht erreichbaren erwartungsorizont. Denn die Suche nach dem Glück endet in einer ständigen Erwartungshaltung, den bestmöglichen Zeitpunkt zu finden.
Ich merke, werte Damen und Herren, wie ich abschweife..
Meines erachtens sollte man das Leben als eine Art Herausforderung betrachten.
Als eine Art Wettkampf mit sich selbst. Die Ziele können nie zu hoch gesteckt hoch sein und die Wege nicht beschwerlich genug sein.
Für mich ist es wichtig, die richtige Mischung aus Bildung ( später autodidaktischer Bildung), sportlichem Ehrgeiz, sozialen Kontakten und beruflichem Erfolg zu finden, wobei der Fokus dennoch auf das finanzielle zielt.
Ich kann dazu nur das Buch "Sophies Welt" empfehlen.
Es erläutert philosophische Fragen für jedermann verständlich und zeigt eine Reise durch die verschiedenen philosophischen Epochen.
Momentan wären wir wohl noch beim alten Griechenland
Mfg
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Prof.Lochner_vo... |
#9 - 02.09.07 10:52:18
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Beiträge: 7760
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Bis auf Ihre Empfehlung des populärwissenschaftlichen Unfugs namens "Sophies Welt" bin ich durchaus geneigt, Ihnen zuzustimmen. Natürlich rein subjektiv.
Was Frau Lucks Fragen angeht: Wie weit man die Meinungsfreiheit einschränken darf, um sie zu erhalten? Nun, eine gute, weil sehr zeitgemäße Frage. Aktuell versuchen bestimmte Kräfte in der Bundesrepublik uns ja weiszumachen, die Freiheit können nur erhalten werden, wenn man sie einschränke. Das ist natürlich kompletter Unsinn. Wenn Toleranz nur solange gewährt wird, wie der andere nichts anderes macht, denkt oder fordert als wir selbst, ist es eben keine Toleranz. Man kann nicht die Vorteile der Toleranz ohne die Nachteile haben, daher muss man auch die (vermeintlich) Intoleranten (bis zu einem erträglichen Grade natürlich) tolerieren.
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PeggyLuck |
#10 - 02.09.07 11:59:34
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Beiträge: 788
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Damit bin ich einverstanden. Man muss (wie so ziemlich in allen Bereichen) den goldenen Mittelweg finden, seine Einstellungen und Werte (in diesem Fall die Toleranz) zu verteidigen, ohne sich zu verrennen, ohne sie zu seinem persönlichen Dogma zu machen.
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